Dienstag, 17. März 2009

Beruhigendes aus dem hohen Land

Ähnlich wie letztes Jahr, nach den ersten Aufregungen, werden wieder beruhigende Bilder aus dem hohen Land gezeigt.
Es ist alles in Ordnung dort.
Es wird eine Reportage über Schulen gezeigt, wo die Kinder sogar zur Hälfte in der Muttersprache unterrichtet werden, und auch die Mutterschrift erlernen.
Mehr als die Hälfte der Lehrer sind aus dem eigenen Land, und sie wollen dass die Kinder die Muttersprache und -schrift erlernen.
Fast alle Kinder kommen aus entlegenen Teilen des Landes und können in der Schule leben. Sie bekommen auch Schulkleidung und Essen und Lernmaterial bereitgestellt.
So können sie das ganze Jahr über in der Schule leben und müssen nicht in die entlegenen Teile ihrer Heimat zurückkehren.
In den Schulen wird ihnen alles gelehrt was sie später brauchen werden um sich im Leben zurechtzufinden.
Es ist alles in Ordnung.

Montag, 16. März 2009

500er und 1000er Yuan Scheine


gibt es u.a. wegen dem auf dem Zettel im Bild beschriebenen Sachverhalt nicht.

Text:
Wegen der vermehrt in Umlauf gekommenen Anzahl von gefälschten 100 RMB Scheinen, hat uns unsere Bank darauf aufmerksam gemacht, Scheine mit den folgenden Seriennummern nicht anzunehmen.....

Das Foto IST übrigens so schlecht, Ihr braucht keine Brille.

Größere Scheine hätten u.U. auch einen negativen Einfluß auf das soziale Klima.
Würdet Ihr Euch nicht wundern wenn es € Scheine gäbe die den doppelten Wert Eures Monatseinkommesn hätten?
Na ja, nur so ein Gedanke.

In den Ballungsräumen kann man ohnehin fast überall bargeldlos bezahlen, also wird früher oder später die Notwendigkeit große Papierscheine herauszugeben in den Hintergrund treten.

Sonntag, 15. März 2009

Öffnungszeiten in China

Ganz egoistisch und von einem Bequemlichkeitsstandpunkt aus betrachtet sind die Ladenöffnungszeiten genial:
8-20 (viele länger), 7 Tage die Woche
Gedanken wie "wann gehen wir fürs Wochenende einkaufen" oder "ich muß noch schnell nach der Arbeit einkaufen" vergisst man einfach mit der Zeit.

Für die Beschäftigten bedeutet dies meistens eine 6 Tages Arbeitswoche, und vermutlich öfters eine mit 7 Tagen.
Was dies für soziale Konsequenzen für Familien hat ist ja aus den Diskussionen zu diesem Thema in unserer Heimat hinlänglich bekannt, aber wir sehen das Thema ja egoistisch, ohne unnötige Sozialromantik.

Das ist halt der Preis den jeder einzelne fürs Wirtschaftswachstum zahlen muss. Da gibt es keine Gnade und da soll sich auch keiner beschweren.

Donnerstag, 5. März 2009

chin. Beschäftigungspolitik?


Boarding Flug Qingdao - Ningbo.
Das Ticket wird zum Ersten von der Bling-Maschine gelesen.
Eineinhalb Meter weiter steht eine süße, kugelrunde Uniformträgerin und malt würdevoll einen Haken auf mein Ticket.
Ich betrete den Gang der zum Einstiegsrüssel führt und werde an seinem unteren Ende um die beiden Abrisstreifen ERleichtert, sowie um die Einkringelung (ja Freunde, das ist Österreichisch) meiner Sitzplatznummer BEreichert.
Na gut, denke ich, wieder einmal ein bißchen Kontroll-Overkill.
Da wußte ich noch nicht, dass kurz vor der Einstiegstür noch Einer auf mich lauert um meine Flugnummer einzukringeln.
Mein halbherziger Versuch ihn zu ignorieren wurde mit einem "Sir, your boarding pass please!" im Keim erstickt.

Ich habe mich dann trotzdem auf den falschen Platz gesetzt, passiert mir sonst praktisch nie....

Sonntag, 1. März 2009

Peinlichkeiten

Abendessen zu zweit im South Memory, einer Kette die Hunan Küche anbietet.

Ein ereignissreicher Abend, am Nachbartisch kübeln sich zwei Pärchen weg, die Damen mit Rotwein, die Herren mit Bier. Man zieht dann beschwingt von dannen, und kurze Zeit später nimmt ein etwas reiferes Pärchen dort platz.

Zwischenzeitlich haben wir die sonst äusserst leckeren Schweinsrippchen reklamiert (zäh, geschmacklos und zu stark angebraten), und nach einem erfolglosen Verbesserungsversuch der Küche (noch immer zäh und geschmacklos, diesmal aber schon beinahe verbrannt) den Geschäftsführer an den Tisch geordert.

Der Nachbartisch bestellt einstweilen und ordert unter anderem auch eine Flasche Rotwein. Da ich ebenso gerne Rotwein trinke, ertappe ich mich dabei wie ich die Flasche beäuge, um zu sehen was bestellt wurde.
Dann geht alles sehr schnell:
Ich bemerke gleichzeitig dass mich der männliche Teil des Pärchens beobachtet, und dass hinter der Weinflasche der weibliche Teil sitzt. Dazu erkenne ich auch den Wein, Great Wall 1994, ein durchaus trinkbarer Tropfen.
Bemüßigt zu erkennen zu geben, das nicht die Frau der Grund meines Stierens war sage ich zu ihm: "Nice wine!"
Er antwortet: "This is not my wife, she is my sister."

Ach Du Sch....

Es folgt Erklärungsgestammel meinerseits auf dass er allerdigs nicht eingeht, und unbeindruckt fortfährt uns die verwandtschaftliche Situation zu erklären.
Man prostet sich zu, das wars dann auch schon wieder.

Anschließende Belehrung meiner besseren Hälfte: Du hättest es ihm auf Chinesisch sagen sollen.
Oh ja....

Wie kann er nur annehmen, ich würde zu einem mir absolut Unbekannten einen derartigen Kommentar über seine Frau machen?

Dienstag, 24. Februar 2009

Shanghai Fakemarket


Sieht jetzt so aus:

Ich bin soeben an den Planken vorbei gegangen und habe mich an die Szenen erinnert die hier täglich gegeben wurden.
"Watch, bags, DVD!" war der Kampfschrei der Verkaufspartisanen vom Xiang Jang Market. Und dann noch ein leises "Sex DVD, Sex DVD" draufgelegt um die Beute endgültig zu fangen.
China im Kleinen.
Um den Fake Market tut es mir leid, der war für mich so ein Teil Ur-Shanghai. Würde XinTianDi abgerissen wäre mir das ziemlich egal.

Unvergesslich mein erster Besuch dort. Während sich die Profis und alten Shanghai-Hasen (Häsinnen und Rammler) eher über die Seiteingänge anpirschten, fuhren die Neuankömmlinge mit dem Taxi direkt vor den Haupteingang. Somit war dann ein Aussteigen fast nicht möglich, weil bereits Dutzende Hände Uhren und Kartons mit aufgedruckten Fotos von Taschen bei der Tür herein hielten. So müssen sich Filmstars fühlen die von hysterischen Fans umlagert werden.
Na ja, vorbei, obwohl noch immer einige Watch-Bags-DVD Typen in der Gegend auf Kundenfang sind.

Freitag, 20. Februar 2009

Call me the breeze

J.J. von einer Phillipino Band mit Begeisterung interpretiert, in China, in Qingdao.
Oida......
Auch in selbiger Bar: einige Russinen die sich vermutlich reiche Chinesen angeln wollen und sich dementsprechend anbiedern.
Selten so viele reizlose Frauen auf einem Fleck gesehen.

Ergänzung: Hätte mir nicht gedacht dass das Foto so schlecht wird.
Frühe Leser werden sich vielleicht an meine gelegentliche Motzerei über mein früheres K550i erinnern, der Treo 680 den ich jetzt habe ist noch viiiel schlimmer.

Dienstag, 20. Jänner 2009

Eine Mutter lässt ihren Sohn erwürgen, damit sie in zweiter Ehe ein gemeinsames Kind haben kann.

Ok das ist krank.

Krank ist aber auch dass sie davor bereits zweimal abtreiben musste, weil sie von der Exgattin ihres neuen Gemahls an die Behörden verraten wurde. Ein gemeinsames Kind wäre ungesetzlich weil beide schon ein Kind aus erster Ehe haben.
Zumindest in der Provinz Shaanxi.
Krank ist weiters, dass die Frau davor auch versucht hat die Tochter ihres neu Angetrauten umbringen zu lassen, was aber aufgrund heftiger Gegenwehr scheiterte.

Sie wird dafür von Staates Hand sterben, hingerichtet. Das auch erst in zweiter Instanz, in erster wäre sie mit lebenslänglich "davongekommen".

Alles irgendwie sehr krank....

Montag, 22. Dezember 2008

da stehen Santa die Haare zu Berge: dreiste iPhone Kopie

(Der Titel könnte aus der Bild-Zeitung sein....)

Diese zwei lustigen Hübschen verkaufen im chinesischen Nacht-Werbefernsehen Fakes von teuren Mobiltelefonen.

Unter anderem diese unten abgebildetet iPhone Kopie, die dem Original täuschend ähnlich sieht. Die Bedienung erscheint im Werbespot ähnlich dem Original, und das Gerät warte mit Dual SIM auf.
Man beachte auch das Firmenlogo links unten, Star Phone, ein Sternchen im Äpfelchen, wie originell.
Zu haben um 1.288.- RMB, das sind derzeit ca. 136.- €, also ca. ein Viertel des iPhone Preises.


Dieser Post ist übrigens die Antwort an einen Bekannten, der mich letztens gefragt hat wie es den mittlerweile mit dem Patentrechtsschutz in China aussieht.

Freitag, 19. Dezember 2008

Scheinheiligkeit

China Daily, Businessteil, Titelseite unten links.
Siemens bezahlt jetzt Bußgeld für Bestechungen in diversen Ländern, darunter auch China.
Bekannterweise gibt es ja im Chinesischen das Wort Bestechung nicht....,
Es wird dann auch noch ein Rechtsanwalt aus Peking zitiert, der meint dass dieser unfaire Wettbewerb einen schlechten Einfluss auf den chinesischen Markt haben und ausserdem das Geschäft chinesicher Firmen benachteilige.
Geschehen in den Jahren 2001 bis 2007.
Der Schreiberling hat nicht sorgfältig genug recherchiert.
In den Jahren vor 2005 waren chinesische Firmen noch nicht in der Lage die von den reichen Städten geforderten high-tech Schienenfahrzeuge zu fertigen, und demnach auf Brautschau bei den großen der Branche.
Von wegen Schädigung lokaler Firmen....
Die Großen haben wohl alle geschmiert, auf die eine oder andere Weise, vor allem hier in China, wo Direktoren von Großbetrieben nicht einmal den Monatsgehalt ihres ausländischen Verhandlungspartners als Jahresgehalt haben.
Auf Korruption steht übrigens nach wie vor die Todesstrafe.